Auf der Home-Seite erscheint bei jedem Aufruf zufallsmässig ein Zitat von Rainer Maria Rilke (1875 - 1926). Gesammelt habe ich sie aus seinen Büchern. Hier die kleine Liste aus seinen Gedanken, die ich zum Nachdenken anregend finde:
Wir aber sind nicht Gefangene. Nicht Fallen und Schlingen sind um uns aufgestellt, und es gibt nichts, was uns ängstigen oder quälen sollte. Wir sind ins Leben gesetzt, als in das Element, dem wir am meisten entsprechen,.. Wir haben keinen Grund, gegen unsere Welt Misstrauen zu haben, denn sie ist nicht gegen uns. Hat sie Schrecken, so sind es unsere Schrecken, hat sie Abgründe, so gehören diese Abgründe uns, sind Gefahren da, so müssen wir versuchen, sie zu lieben.
Der Gebogene wird selber Bieger und rächt an anderen, dass er erlag.
Ich glaube nicht, dass das zerstörte Alte schon etwas Neues ist.
Güte ist, wie alle sogenannten Tugenden, nicht etwas Vorhandenes, blind Wirkendes, sondern angewandtes eigenes Erleben auf fremde Dürftigkeit.
Nicht immer feindlich nach Allem fassen, einmal sich alles geschehen lassen und wissen, was geschieht, ist gut.
Es ist gut, einsam zu sein, denn Einsamkeit ist schwer; dass etwas schwer ist, muss uns ein Grund mehr sein, es zu tun.
Vertrauen kommt nur aus Vertrauen, alles Wohltun ist ein Wiedertun.
Gerade die Einsamsten haben den grössten Anteil an der Gemeinsamkeit. - Je mehr Einsame, desto feierlicher, ergreifender und mächtiger ist ihre Gemeinsamkeit.
Der Geist, der uns vereinsamt, will völlig sicher sein, uns zu vereinen.
Der erscheint mir der Grösste,
der zu keiner Fahne schwört,
und, weil er vom Teil sich löste,
nun der ganzen Welt gehört.
der zu keiner Fahne schwört,
und, weil er vom Teil sich löste,
nun der ganzen Welt gehört.
Ich glaube an eine Lehre,
von der man sagt, sie wäre
auf Erden selbst sich Lohn.
Die Lehre, die ich übe,
die Lehre heisst die Liebe.
Sie ist mir Religion.
von der man sagt, sie wäre
auf Erden selbst sich Lohn.
Die Lehre, die ich übe,
die Lehre heisst die Liebe.
Sie ist mir Religion.
Das ist eine der vollkommensten Aufgaben der Freundschaft, dass man rein sei im Nein, wo einen nicht das unendliche Ja überflutet.
Geliebtsein heisst aufbrennen. Lieben ist: Leuchten mit unerschöpflichem Öle. Geliebtwerden ist vergehen, Lieben ist dauern.
Eine Geliebte, die nachgiebt, ist noch lange keine Liebende.
Es gibt eine Möglichkeit, so weit zu lieben, dass einem die Unzulänglichkeiten des Liebes-Gegenstandes rührend, ja wunderbar werden und zu einem Anlasse, noch um vieles liebender zu werden.
Es gibt kein ärgeres Gefängnis als die Furcht, einem Liebenden weh zu tun.
Das ist Schuld, wenn irgendeines Schuld ist: die Freiheit eines Liebenden nicht vermehren.
So lange das Liebe heisst, dass einer siegt über den andern, geh ich.
Ich glaube: wer liebe verlor, hat Liebe niemals erworben.
Das Glück ist eine selbstverständliche Folge der Weisheit und, wie diese, kein Zufall, der von aussen kommt, sondern eine Gesetzmässigkeit, die sich in uns vollzieht.
Warum soll ich jemandem sagen, dass ich mich verändere? Wenn ich mich verändere, bleibe ich ja doch nicht der, der ich war, und bin ich etwas anderes als bisher, so ist klar, dass ich keine Bekannte habe.
Alle Kraft, die wir fortgeben, kommt erfahren und verwandelt wieder über uns.
O glaub, dass Wunder dir geschehen,
denk, was du sonst der Seele raubst.
Die Wunder knien vor dir nieder und flehen;
sie sind ja nur, wenn du sie glaubst.
denk, was du sonst der Seele raubst.
Die Wunder knien vor dir nieder und flehen;
sie sind ja nur, wenn du sie glaubst.
Alles kommt, nichts bleibt aus, man muss ihm nur nicht entgegenlaufen wollen, dann verfehlt mans, denn es kommt nach dem Gesetz, und wir suchen mit dem Zufall.
Ich fürchte in mir nur diejenigen Widersprüche, die Neigungen haben zur Versöhnlichkeit.
Was ich sehe, erreicht nicht, was ich immer wusste.
Träum es nur, oder tu's - beides heisst sein.
Das Schweigen ist das Geschehen, das Wort ist die Verzögerung.
Wenn längst der letzte Laut verdorrte,
bleibt eine Stille tief und breit,
die Sterne sind nur viele Worte
für eine einzige Dunkelheit.
bleibt eine Stille tief und breit,
die Sterne sind nur viele Worte
für eine einzige Dunkelheit.
Die grosse Kunst, ist ein Stück Zukunft, und wer sie jetzt hat und schafft, hat noch kein Leben dazu und ist heimatlos und fremd in der Zeit.
Vielleicht ist Schaffen nichts anderes als sich tief erinnern.
Menschen (im banalen Sinne genommen) und Künstler sind nie ein und dieselbe Person. Der Künstler ist das Wunderbare, der Mensch das Erklärliche.
Jeder Tag ist der Anfang des Lebens. Jedes Leben ist Anfang der Ewigkeit.
Die Schönheit ist das Primäre, das Natürliche. Alles, was wird, wird schön. Man darf es nur nicht stören.
Jeder Tag soll und muss seinen Sinn haben, und erhalten soll er ihn nicht vom Zufall, sondern von mir.
Wer von der Vergangenheit spricht, lügt.
Am Ziel: man verherrlicht nicht mehr und verurteilt auch nicht mehr.
Das erste Vorgefühl von Ewigem: Zeit haben zur Liebe!
Der Tod hat ein Datum, das Leben nicht!
Die Eltern erschrecken, wenn sie an ihren Kindern die leise Neigung entdecken, allein zu sein.
Ich will mich nicht schlecht machen lassen um Christi willen, sondern gut sein für Gott. Ich will nicht von vornherein als ein Sünder angeredet werden, vielleicht bin ich es nicht.
Die Kinder sind der Fortschritt selbst - vertraut dem Kinde.
Immer öfter geschieht es mir, dass ich nicht sagen kann: ich bin...sondern, dass ich sagen muss: es ist...
Es gibt keine Klassen im Leben für Anfänger, es ist immer gleich das Schwierigste, was von einem verlangt wird.
Weisst Du: Was das Leben wirklich ist, misst nicht nach Jahren.
Du kannst es erfahren in einer Nacht. Gib acht: Du kannst es erwerben zwischen zwei Sonnen mit allen Wonnen - und hernach in deinem Gemach jahrelang sterben.
Du kannst es erfahren in einer Nacht. Gib acht: Du kannst es erwerben zwischen zwei Sonnen mit allen Wonnen - und hernach in deinem Gemach jahrelang sterben.
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kann nur glauben, dass ich längst war, eh ich begann.
Nicht auf den Lippen darf dein Leben münden.
Klarheiten kommen sonderbar; man ist nie vorbereitet auf sie.
Unser Sehnen muss sein: alle Gefühle zu finden, die uns befrein.
Unsere Gefühle alle muten mich an wie Vorhänge vor Handlungen.
Auf allen Wegen ist Heimkehr.
Wenn die Frucht reif ist, lässt sie sich los.
